Reisen

Sieben Tipps für Hermannstadt

Hermannstadt ist das pulsierende Herz Siebenbürgens. Das städtische Leben spielt sich auf den ersten Blick in der Fußgängerzone und auf dem großen Ring im Zentrum ab. Es lohnt sich aber auch, mal in eines der engen Gässchen abzubiegen, um die Universitätsstadt zu erkunden und eines der vielen Restaurants und Cafés zu entdecken. Unsere sieben Tipps für Hermannstadt:

Von Lena Müssigmann und Lisa Rokahr

Restaurant Kon Tiki

Wo: Tudor Vladimirescu 12

Restaurant Kon Tiki

Das Interieur des Kon Tiki ist der Geheimtipp für eine genuine rumänische Küche. In Siebenbürgen kocht man deftig. Die Speisekarte im Kon Tiki erfordert Mut: Als Vorspeise empfiehlt sich die typisch rumänische Kuttelsuppe (Ciorbă de burtă). Leicht säuerlich und sämig, schmeckt sie auch jenen, die Innereien nicht zu ihren Lieblingsspeisen zählen. Als Hauptgang gibt es von Putenbrust bis zu Kalbshirn alles, was das Herz begehrt und der Gaumen nicht erwartet. Wagemutige bestellen Kalbshoden. Darauf einen Pflaumenschnaps, der im Rachen brennt, und nach den üppigen Portionen das Völlegefühl bekämpft.

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Astra-Park (Parcul Astra)

Wo: Zwischen der Strada Ioan Lupas und der Strada Gheorghe Bariţiu

Astra-Park (Parcul Astra)

Der Astra-Park liegt im Zentrum von Hermannstadt. Unter alten Platanen treffen sich hier Senioren zum Schach, auf den Bänken küssen sich Liebespaare und Familien entspannen sich nach einem Bummel in der nahegelegenen Einkaufsstraße. Die kleine grüne Oase mit ihren Fontänen ist in der sonst eher unbegrünten Stadt eher eine Ausnahme. Im Park befinden sich neun Denkmäler, das schönste gehört dem Revolutionär Gheorghe Bariţiu. Er und seine regungslosen Kollegen wachen nun mit mahnendem Auge über allzu stürmische Liebespaare und Kinder, die auf der Brunnenbrüstung balancieren.

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Felinarul Hostel

Wo: Strada Felinarului Nr. 8

Felinarul Hostel

Hinter der windschiefen Fassade liegt wohl eine der heimeligsten Bleiben Sibius – hier ein uriger Sessel in der Ecke, dort ein ausgesägtes Herz in der Tür. Mit 14 Betten bleibt die Atmosphäre im Felinarul Hostel auch in der Hochsaison familiär. Im Winter ist das Hostel geschlossen. Eine Übernachtung mit Frühstück kostet 12 Euro. Das Felinarul liegt nur 550 Meter vom großen Ring entfernt. Betrieben wird das Hostel und das zugehörige Café und Restaurant von einem jungen rumänisch-irischen Ehepaar.

Besonders: Die Inhaber, die selbst schon viel gereist sind, haben einen VW-Bus T2. Damit fahren sie ihre Gäste in Dörfer rund um Sibiu und zeigen das rumänische Landleben.

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Café Pardon

Wo: Strada Cetatii Nr. 14, gegenüber des Thalia-Konzertsaals

Café Pardon

Das Café und Bistro Pardon ist ein Muss für Flohmarktfans. Falls hier an den Tischen mal die Gesprächsthemen ausgehen – nicht schlimm: Es gibt unglaublich viel zu gucken. Die Gäste sitzen zum Teil an alten Nähmaschinentischen, von der Decke baumeln Hunderte Postkarten. Bei schönem Wetter kann man im Freien sitzen und hat den Blick auf Thalia-Konzertsaal und Stadtmauer.

Besonders: Unbedingt die Limonadǎ probieren: Das Getränk aus Wasser, frischem Zitrussaft und braunem Zucker schmeckt herrlich erfrischend. Die Limonadǎ wird in einem Glaskrug mit Trinkhalmen serviert – einfach losschlürfen.

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Straßenbäckereien

Wo: Überall in der Innenstadt – einfach der Nase nach

Straßenbäckereien

Ein verführerischer Duft nach Frischgebackenem weht einem beim Stadtspaziergang immer wieder um die Nase. Wer ihm folgt, steht bald vor einer der vielen Straßenbäckereien. Durch eine kleine Luke werden Teigtaschen und -kringel verkauft. Die Ringe sind mit Zucker oder Käse bestreut, die Teigtaschen gibt es mit Frischkäsefüllung. Die Stücke kosten 2 bis 4 Lei (Umgerechnet etwa 50 Cent bis 1 Euro).

Besonders: Wer die Gebäckkringel einmal gesehen hat, entdeckt sie überall: Mal baumeln sie aufgefädelt auf eine Schnur am Handgelenk eines greisen Spaziergängers; mal nascht sie ein junges Liebespaar aus einer raschelnden Plastiktüte.

Tea Spot Café

Wo: Tribunei Strada Nr 33

Tea Spot Café

Wer genug hat vom Kulturprogramm in Hermannstadt, kann im etwas abseits der Innenstadt gelegenen Café Tea Spot bei Kaffee oder Tee und Kuchen abschalten. Die Auswahl an frisch gebrühten Tees, die dampfend im Kännchen auf den Tisch kommen, ist mehrere Seiten lang. Die rot-goldenen Tapeten und goldene Vorhänge sind eine etwas verkitschte Reminiszenz an Kaffeehaus-Pomp. Der junge Betreiber Alexandru Cocieru ist meist selbst im Lokal. Das Café ist täglich bis Mitternacht geöffnet, unter der Woche öffnet das Tea Spot Café um 10 Uhr, am Wochenende um 11 Uhr.

Besonders: Zwischen 16 und 18 Uhr, also pünktlich zur Tea Time, gibt es 20 Prozent Rabatt auf alle Bestellungen. Gäste können kostenlos W-LAN nutzen.

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Der Ratsturm

Wo: Piaţa Mica 1, am Übergang zur Piaţa Mare

Der Ratsturm

Schwindelfreie Touristen sollten unbedingt auf den alten Ratsturm steigen und die Stadt von oben betrachten. An guten Tagen sieht man sogar die Karpaten. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass der Turnul Sfatului, wie er auf Rumänisch heißt, keine Aussichtsplattform hat. Wer oben angekommen ist, muss sich mit dem Blick durch Fensterscheiben zufrieden geben. Der Eintritt kostet 2 Lei, umgerechnet rund 50 Cent. Geöffnet ist der Turm täglich von 10 bis 20 Uhr.

Besonders: In der Turmspitze ist das Uhrwerk zu sehen, das die große Uhr antreibt. Wer will, hört hier den Pulsschlag Hermannstadts.

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Fotos von Lena Müssigmann, Katrin Langhans, Barbara Opitz, Uli Reinhardt