Fünf Jahre verschleppt nach Russland:
Mit 17 Jahren musste Regina Roth zur Zwangsarbeit
(Foto: Katrin Langhans)

Deportation

Was ein Mensch aushält

Im Januar 1945 wurde Regina Roth verschleppt, unwissend warum, ahnungslos wohin. Getarnt unter einem Befehl der Alliierten wurden damals zehntausende Rumäniendeutsche verschleppt und als Zwangsarbeiter in sowjetische Lager gesteckt. Roth und die damals 17-jährige Margarete Thalmann haben die Deportation überlebt.

Von Lisa Rokahr

Im Jahr 1945 begann für die Rumäniendeutschen das schwärzeste Kapitel ihrer Geschichte. 70.000 bis 80.000 wurden damals verschleppt, um als Zwangsarbeiter in der Sowjetunion Reparationen für die Zerstörungen durch Nazi-Deutschland zu leisten. Sie wurden von der Sowjetunion nach ausschließlich ethnischen Kriterien ausgewählt: Die Russen forderten als Arbeitskraft „rumänische Staatsangehörige ethnisch deutscher Herkunft“. Damit begann ein Kriegsverbrechen, wie es die Alliierten, darunter auch die UdSSR, noch im selben Jahr bekämpft hatten, wie es nur Monate nach der Verschleppung auf den Nürnberger Prozessen geahndet wurde, und das heute von Historikern als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet wird. Tausende Verschleppte überlebten die schwere Arbeit in Bergwerken, der Schwerindustrie und auf Feldern nicht. Von 30.336 verschleppten Siebenbürger Sachsen starben knapp zwölf Prozent in Russland. Margarete Thalmann und Regina Roth überlebten. 1950 kehrten sie zurück in ihre Heimat. Die Erinnerungen an die Deportation dauern bis heute an.